Benediktiner in Gerleve nehmen Fürbitten auf

Ob in der Kirche oder in der Bibliothek: Pater Marcel Albert ist das achtsame und aufblickende Lesen ein Anliegen.

Zwischen Billerbeck und Coesfeld thront die Abtei Gerleve auf einem Hügel der Baumberge. Weithin sichtbar sind das Klostergebäude und die Abteikirche. Doch zum Kloster gehört mehr, als vom "Tal" aus zu sehen ist. Die Jugendbildungsstätte Haus St. Benedikt, die Buchhandlung, die Klostergaststätte und das Exerzitienhaus Ludgerirast sorgen dafür, dass auf dem weitläufigen Gelände viele Menschen bei den Mönchen zu Gast sind. "Wir sind auf der einen Seite ein in sich abgeschlossenes Kloster, auf der anderen Seite aber weltoffen durch unsere Angebote", sagt Pater Marcel Albert. Der 56-Jährige lebt und arbeitet mit weiteren 43 Benediktinern in dem Kloster.

Der Kirchenhistoriker ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat eine neue Ausstellung im Exerzitienhaus Ludgerirast gemeinsam mit dem Fotografen Jörg Schellschmidt realisiert. Es ist eine kleine Fotoausstellung, die "etwas zeigt, was die Menschen vielleicht so nicht wissen, für uns Benediktiner aber wichtig ist: die Bücher und das Lesen", erklärt Pater Marcel. Einige Bilder zeigen Kunstwerke des Klosters, bei denen Bücher eine Rolle spielen. "Das Buch ist in der Bilderwelt der Christen präsent. Jesus Christus wird häufig mit dem ‚Buch des Lebens‘ dargestellt, und auch Heilige tragen als Attribut oft ein Buch in der Hand", informiert er. Eine zweite Fotoserie zeigt einige Mönche der Abtei bei der Lektüre: im Chorgestühl, in der eigenen Zelle, am Schreibtisch, im Sessel oder in der Bibliothek. Ihren Abschluss findet die Ausstellung, die den Titel "Freunde fürs Leben – Mönche und Bücher" trägt, mit Fotos aus der Klosterbibliothek.

"In unser Exerzitienhaus kommen viele Gäste. Deshalb wollten wir eine Ausstellung, die etwas über das Kloster erzählt. ‚Lesen’ ist aber nicht nur ein mönchisch-benediktinisches Thema, sondern ein urchristliches, das in der heutigen Zeit wieder etwas gefördert werden kann", ist sich Pater Marcel sicher. Ihm ist es ein Anliegen, achtsam und aufblickend zu lesen. Denn ein Mönch liest nicht, um gelesen zu haben, sondern er begibt sich bei der Lektüre in ein Gespräch hinein – mit dem Autor beziehungsweise mit Gott. "Das geht bei jeder Art von Literatur. Selbst bei der Tageszeitung. Sie führt zu Gott hin und damit auch zum Beten", hält der Benediktiner fest. Ihm geht es nicht um ein konsumierendes Lesen, sondern um ein Lesen, das die Gottesbeziehung lebendig hält. "Unsere christliche Gottesbeziehung ist eine mit Aktion und Reaktion, mit Input, mit Wort und Antwort", sagt er. Dabei müsse die Antwort nicht immer ein "Ja" oder "Amen" sein. In Zwiesprache mit Gott zu gehen bedeute, Gottes Wort zu hören, zu lesen, zu empfangen und im wahrsten Sinn zu reagieren.

Überall sei Text. In der Stadt, auf dem Land. Ob Straßennamen oder Werbung, ständig begegne dem Menschen Text. "Als Christen müssen wir schauen, dass wir in all den Texten, die wir ununterbrochen wahrnehmen, auch immer wieder Gottes Wort beimischen", merkt Pater Marcel an. Es sei gut, sein Leseverhalten einmal zu überdenken. Denn Lesen führe ins Schreiben, ins Sprechen und ins Beten.

Im Kloster spiele das Lesen eine große Rolle. Es wird in der Kirche bei allen Gottesdiensten vorgelesen sowie bei den Mahlzeiten. "Lectio divina" – die göttliche Lesung – nennt der heilige Benedikt, nach dessen Regeln die Mönche leben, die hörende und betende Lektüre des Wortes Gottes. "Und sie mündet immer in das Gebet. In dieses nehmen wir auch all das hinein, das an uns herangetragen wird. Ob in persönlichen Gesprächen oder – wie bei den Klosterfürbitten im August – über das Internet", erklärt Pater Marcel.

Die Ausstellung "Freunde fürs Leben – Mönche und Bücher" ist bis zum 21. November im Haus Ludgerirast zu sehen. Begleitend ist ein Buch mit den Fotos sowie mit Gedanken von Abt Laurentius Schlieker, Pater Marcel Albert und Bruder Jakobus Scavenius zum Thema Lesen im EOS-Verlag zum Preis von 9,95 Euro erschienen.

Weitere Informationen zum Kloster Gerleve gibt es im Internet unter: www.abtei-gerleve.de.

Hier geht es zu den Fürbitten.

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