Schwestern aus Kevelaer übernehmen im Oktober die „Klosterfürbitte“

Die Seiten der Bücher, die die Klarissen-Schwestern regelmäßig aus der Kevelaerer Marien-Basilika bekommen, sind eng beschrieben – mit Gebeten, Bitten, Erzählungen, manchmal auch Zeichnungen. Gefüllt wurden die Seiten von Pilgern, die in den Büchern ihre Anliegen vor Gott bringen wollen. Die Klarissen lesen die Bitten und schließen sie dann in ihr Gebet mit ein.

Im Monat Oktober werden mehr Bitten dazu kommen, dann übernehmen die Schwestern aus Kevelaer die "Klosterfürbitte", die zu den Angeboten der Internetplattform "Haus der Seelsorge" zählt. Jeder Internet-Nutzer kann dort, anonym oder mit Namen, seine Bitten speichern. Diese werden gesammelt und jeden Monat einer anderen Ordensgemeinschaft übergeben. Schwester Magdalene, Äbtissin der Kevelaerer Klarissen, erklärt: "Es ist für uns nicht ungewöhnlich, fremde Bitten mit in unser Gebet einzuschließen. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen zu uns kommen und uns bitten, ihre Anliegen mit vor Gott zu nehmen." Zwar gehe einem das Schicksal eines Menschen, den man im persönlichen Gespräch kennengelernt habe, besonders nah, sagt die 65-Jährige, aber auch die Bitten aus dem Internet trage man ernsthaft vor Gott, betont sie. Es ist nicht das erste Mal, dass die Klarissen die Klosterfürbitte übernehmen, daher weiß Schwester Magdalene: "Die Bitten umfassen alle Themen, Krankheit, Prüfungsängste aber auch Dank gehören dazu."

Sie ist überzeugt, dass es den Menschen hilft zu wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, dass sich auch andere Menschen der Sorgen annehmen. "Ein Gebet kann durchaus heilsam sein", betont die Äbtissin. Das Gebet ist für sie eine Beziehung zu Gott: "Ich muss im Gebet nichts erklären. Er ist für mich da." Beim Vortragen der Anliegen anderer Menschen seien "ein bisschen Distanz und eine gesunde Nähe" notwendig, "sonst würde man an jedem Elend zerbrechen."

Das Klarissen-Kloster in Kevelaer wurde 1892 gegründet, derzeit leben dort 18 Schwestern im Alter zwischen 44 und 91 Jahren. Der Orden geht zurück auf den Heiligen Franziskus und die Heilige Klara von Assisi. Die Schwestern leben in Armut und versuchen, sich möglichst autark zu versorgen, etwa aus dem großen Gemüsegarten, der zum Kloster gehört. Immer wieder klopfen Pilger in Kevelaer an die Tür des Klosters, um mit den Schwestern ins Gespräch zu kommen.

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