Gemeinschaft gehört zum christlichen Leben

Zu den regelmäßigen Gebetszeiten und den Gottesdiensten in der Abteikirche sind Gäste immer willkommen, erklärt Pater Marcel Albert. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Die Benediktiner gelten als der älteste Orden der katholischen Kirche. Sie leben nach den Regeln des heiligen Benedikt, der diese um das Jahr 540 verfasst hat. „Es ist ein geistliches Lehrbuch, das in 73 Kapiteln sowohl viel praktisches über das Zusammenleben der Mönche regelt als auch eine geistliche Wegweisung darstellt“, informiert Pater Marcel Albert. Der Benediktiner lebt und arbeitet mit 27 weiteren Mönchen in der Abtei Gerleve zwischen Coesfeld und Billerbeck. Die Ordensmänner nehmen im Juli die Fürbitten der Nutzer des Internetportals www.haus-der-seelsorge.de des Bistums Münster in ihr Gebet auf.

Für die Mönche ist der 11. Juli ein besonderer Tag. Dann gedenken sie - wie an seinem Todestag am 21. März auch - besonders ihres Ordensgründers. Auch wenn seine Regeln aus dem Mittelalter stammten, so ließen sie sich gut in die heutige Zeit übertragen. „Für den heiligen Benedikt war das Leben in Gemeinschaft ein wichtiger Aspekt. Das ist es heute ebenso. Gemeinschaft gehört zum christlichen Leben dazu“, ist der 61-Jährige überzeugt. In der Gemeinschaft gebe es die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. „Andere halten einem den Spiegel vor. Das ist manchmal anstrengend, aber wichtig“, erklärt er weiter. Die Ordensleute lebten nach den Regeln und ihrem gewählten Abt. Er sei ein lebendiges Vorbild für die Mönche. „Das Wort der Regel ist nicht absolut, sondern wird ergänzt durch den Abt“, erklärt Pater Marcel.

Das Hören spiele bei dem heiligen Benedikt eine wichtige Rolle. „Höre – das ist das erste Wort in seinen Regeln. Wir sind kein Predigerorden, sondern wir sind still, hören zu. Dann irgendwann kommt die Antwort“, erläutert Pater Marcel, der 1987 dem Orden beigetreten ist. Die „Suche nach Gott“ sei das große Thema der Mönche. Nähe und Distanz in der religiösen Erfahrung prägten diese Suche. „Das Leben aller Gläubigen bleibt immer eine Suchbewegung. In unseren Predigten, die Momentaufnahmen sind, lassen wir die Menschen an unserer Suche teilhaben“, berichtet er. Auch wenn die Mönche in Klausur lebten, also in einem abgeschlossenen Bereich, sei Gerleve ein offenes Kloster. „Das Ideal war es nie, eine Sonderwelt zu schaffen. Zum Kloster gehören immer Gäste“, betont der Ordensmann. Der geschützte Raum diene aber dazu, sich zurückzuziehen, um mit Abstand auf die Dinge zu sehen und vielleicht manches auch anders wahrzunehmen. „Raum und Zeit wird durch eine klare Tagesordnung rhythmisiert. Zeiten des Gebets, der Arbeit, des Essens und der Erholung wechseln sich ab“, informiert der promovierte Theologe. Allerdings sei es möglich, so gebe es der heilige Benedikt vor, von dem festen Plan abzuweichen, da die Mönche unterschiedlich seien. Aber es sei eine gute Grundstruktur.

Damit der geschützte Lebensbereich nicht in die Isolation führe, gäbe es Schutzmaßnahmen. „Dazu gehört das Lesen von Büchern und damit das Hereinholen anderer und neuer Ideen. Wir verfügen über eine große Bibliothek. Das Lesen ist wichtig für die Mönche. Das hängt mit der Gastfreundschaft der Gedanken zusammen“, berichtet Pater Marcel. Aber auch tatsächliche Gäste seien willkommen. „Jeder Gast soll wie Christus aufgenommen werden“, zitiert der gebürtige Berliner eine Regel. So unterhält das Kloster beispielsweise sowohl eine Jugendbildungsstätte als auch ein Exerzitienhaus sowie eine Gaststätte und eine Buchhandlung. Ebenso ermöglicht es Männern, für eine gewisse Zeit als Gast am Leben der Mönche im Kloster teilzunehmen. „Für Gerleve ist es wichtig, dass die Menschen zu uns kommen, und dass wir hören, was sie sagen. Dadurch sind wir nicht so weit weg von ihnen und ihrem Leben“, berichtet Pater Marcel und fügt noch hinzu: „Zum Geheimnis des benediktinischen Lebens gehören Prinzipien und gleichzeitig ein Leben in Fleisch und Blut.“

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